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SSD neu, Clonezilla buggy

Auf meinem Homeoffice-Dauerläufer Acer Aspire-One 756 läuft nun schon sieben Jahre lang die [Samsung-SSD Evo 830/128 GB], und ihr Speicherplatz wird doch bissel knapp – und sie ist auch nicht mehr so ganz flott. SSDds altern systembedingt. Also die Angebots-Szene mal abchecken. Speichermedien verkaufen sich in Coronazeiten anscheinend sehr gut. Meine Wahl trifft auf die Sandisk SSD Ultra 512 GB. zu einem günstigen Preis von unter 70 €, und eine „dicke“ Micro-Speicherkarte mit 200 GB kommt gleich noch mit dazu.

Ich habe von der [ersten SSD-Austauschaktion] noch das SATA-USB-Adapterkabel (das Samsung aufmerksamerweise beigepackt hatte!). Erster Bug: Die Sandisk-SSD-Verwaltung, die leider nur unter Windows läuft, erkennt die Platte (an einem anderen Gerät mit Win) gar nicht. Wahrscheinlich geht das nur bei internem Anschluss. Den Gefallen, so mit Windows abgecheckt zu werden, kann mein Netbook nicht bieten. Naja, sie ist ja neu und wird mit ihrer Firmware wohl funktionieren… Was sie auch tut. Überhaupt gestalten sich die auf dem Beipackzettel empfohlenen Links recht umständlich. Man muss lange in den Sandisks-Menüs herumsuchen, um dann endlich einen funktionierenden Link zur Bedienungsanleitung zu finden – die sich trotz „DE“-Option dann doch nur in Chinesisch präsentiert, der zweite Bug.

Übrigens ist das Basteln am AO-756 sehr einfach: Ein einziges Schräubchen aufdrehen, die Rückseite hochklappen und alle Innereien liegen übersichtlich und zugänglich vor einem! Den Datenaustausch zwischen alter und neuer SSD habe ich mir ebenso easy vorgestellt: Mit bootfähigem Clonezilla kopieren, und gut ist! War aber nicht so. Ich glaube nicht, dass ich im (engl.) Einstellungs-Menü einen Fehler gemacht habe. Der Kopiervorgang läuft denn auch problemlos (aber lange inkl. Nachprüfung). Was Clonezilla dann aber nicht hinbekommen hat, ist die exakte Kopie der Boot-Partition (das Acer AO756 hat noch ein altes BIOS)! So waren fast alle Daten auf der neuen Platte drauf, aber mein AO756 ließ sich auch nach vielen Versuchen nicht dazu bewegen, das Linux Mint 20 Mate selbstständig zu starten! Erst irgendein Stick mit einem Grub2 (z.B. das von Clonezilla) konnte diese Hürde überwinden – der Startvorgang des Betriebssystems lief aber dann durchaus von der neuen SSD. Dass dies auf die Dauer nicht userfreundlich ist, liegt auf der Hand.

Also in den sauren Apfel beißen und LMM 20 ganz neu aufsetzen, nach Sicherung der .mozilla, .thunderbird und .wine-Ordner und weiterer persönlicher Sachen aus /home. Das kenne ich ja nun schon. Gut, dass das meiste auf einer extra-Datenpartition ist. /home auf einer eigenen Partition würde bei Neuinstallation ja auch überschrieben…! Eigenartigerweise hat LMM 20 im Gegensatz zu seinem Vorgänger 19.3 keine extra Bootpartition verlangt – das Acer AO756 ist schon ein 64-bit-System, hat aber noch kein UEFI, sondern ein altes BIOS. So sind alle Startoptionen im /-Wurzelbereich drin, und die Installation lief in einem Rutsch durch.

Vielleicht hätte ich [das hier] mal ausprobieren sollen: Zu spät gesehen. Na vielleicht  beim nächsten Mal…

Bissel mühsam ist dann die Anpassung an meine Personalisierungen: Vollständige Deinstallation von LibreOffice und [Ersatz durch Softmaker-Office], Nachinstallation von geliebten Grafik- und Kommunikationsprogrammen – besonders jetzt zu Corona-Zeiten Microsofts Team for Linux (ja, das gibt es!)  und weiterer Schönheits-Maßnahmen – man lernt dadurch ja immer noch mehr dazu… Auch wie gehabt einige [Easy-Linux-Tipps zur SSD-Schreibschonung] wende ich an.

Die alte Samsung SSD habe ich dann in meinen schon „historischen“ [Medion akoya-E1210] eingebaut. Der Tempogewinn ist aber im Gegensatz zu den anderen beiden Gebrauchsgeräten nicht sonderlich berauschend, aber immerhin im Startvorgang doch spürbar. Hier sind Prozessortakte und Datenschleusen zwischen den Komponenten der Flaschenhals, der sich nicht beseitigen lässt. In der Literatur zum Medion E1210 wurde darauf auch hingewiesen. Daher war damals die Speicheraufrüstung auf 2 GB auch die bessere Alternative. LMM 19.3 macht einen guten Job damit. Ein Downsizing auf Linux Mint XCFE werde ich nicht machen.

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