blue edition

Die ersten Tage

Nach den ersten Tagen mit meinem neuen Citigo Fun mal ein paar „Blitzlichter“ als erste Eindrücke:

1. Also das MuFu-Lenkrad

aktiviert außer laut und leise auch das Smartphone zum Telefonieren und springt zur nächsten gespeicherten Nummer bzw. wenn das Radio an ist zum nächsten Sender-Favoriten (wenn welche gespeichert sind) oder wenn eine SD-Karte im Schlitz steckt und gerade abgespielt wird zum nächsten Titel bzw. zurück. Es sind drei Tasten und für die Lautstärke sogar ein kleines Stellrad (bei Druck: ein/aus). Ich finde das ausreichend (bitte: es ist ein Citigo!) und ziemlich praktisch. Leider lässt sich das Lenkrad nur rauf und runter verstellen. Um den oberen Teil des Tachos noch sehen zu können, muss ich mich an eine neue Sitzposition gewöhnen, bei der ich etwas höher zugreifen muss als beim Polo. Dafür ist das Lenkrad schön klein und griffig.


2. Grundsätzlich:

Es macht mir Spaß, mit dem ASG-5 des Citigo zu fahren!
Selbstverständlich ist die Automatik nicht mit dem DSG-7 meines vorherigen Polo 6Rs zu vergleichen, aber sie funktioniert zuverlässig – es fühlt sich halt wie bei Handschaltung an, mit den dabei entstehenden Beschleunigungspausen. Den Wählhebel finde ich sogar wesentlich besser als beim DSG, denn dort musste ich zum manuellen Schalten immer erst den Hebel auf die Seite legen. Hier ist die Tipptronic immer schon quasi in Wartestellung und man kann aus der Automatik-Voreinstellung „D“ sofort direkt rauf und runtertippen, und nach ner gewissen Zeit geht es selbsttätig wieder in die „D“-Funktion, wenn man nicht schon vorher mit nem Tipp nach links selbst den Manuell-Modus verlassen hat. Mit „M“ kann man aber auch grundsätzlich manuelles Schalten voreinstellen. Eine „P“-Stellung gibt es nicht, das muss man auf „N“ mit einfachem Anziehen der Handbremse bewirken. Wenn man die Automatik „überlisten“ will, tippt man einfach am Schalthebel vor oder zurück und muss nichts vorher umlegen oder einstellen. Daher ist auch eine „S“-Fahrstufe unnötig, in die ich beim Polo immer zum Motorbremsen geschaltet habe. Also dieses Schaltkonzept finde ich viel durchdachter, praktischer und fixer. Tipptronic-Paddel am Lenkrad vermisse ich daher überhaupt nicht! Der Griff vom Lenkrad zum Schaltknüppel ist nun wirklich keine großartige Bewegungsleistung.

3. Fahrkomfort

Das Sportfahrwerk ist erwartungsgemäß stramm. Aufgrund seiner Kürze hoppelt der Citigo spürbar über unebenes Straßenpflaster. Dafür geht die Lenkung exakt in die Kurven. Auch der kleine Wendekreis ist praktisch. Die Tieferlegung um moderate 15 mm sieht mit den 16-er Reifen (im Winter 15-er) gut aus. Größere Pellen bzw. noch tiefer würde nach meinem Geschmack unproportional aussehen.

Die Start-Stopp-Automatik der Green-Tec-Ausstattung wirkt nur im Stand bei entspr. Betriebstemperatur auf das Bremspedal. Lässt man es los, springt der Motor wieder an. Das war bei meinem früheren Golf-Ecomatic (Bj. 1993) konsequenter gelöst: Da ging der Motor bereits beim „Segeln“ (Rollen) aus, wenn man das Gaspedal losgelassen hatte. Gleichzeitig trat immer die halbautomatische Kupplung in Funktion. Es gab kein Kupplungspedal, aber eine „normale“ Handschaltung. Mit Tipp aufs Gaspedal war alles wieder da. Saugdiesel-Verbrauch auf 100 km: Reale 4,2 l ! Schade eigentlich, dass VW diese Kombination nicht weiter entwickelt hat – verkaufspsychologisch zu gewöhnungsbedürftig. Ich hatte die Ecomatic nie abgeschaltet. Bin mal gespannt, wie sich die Verbrauchswerte meines Citigo entwickeln werden! Zur Green-Tec gehört auch Bremskraftrekuperation, mit der die Batterie wieder aufgeladen wird. Immerhin…

Der Citigo als 3-Türer hat riesige Türen! Natürlich muss man beim Parken nicht 1 m Platz links und rechts haben, um ordentlich aussteigen zu können – sich höchstens ein kleines Bisschen mehr nach hinten drehen. Falls mal jemand im Fond sitzen muss, ist der Einstieg aber nicht allzu akrobatisch. Die Vordersitzlehnen lassen sich mit einem Hebelgriff umklappen und die Sitze gleiten ganz nach vorne. Leider muss man die Sitzposition dann wieder neu einstellen. Trotz der geringeren Raummaße hinten sitzt man nach meinem Empfinden dort noch erstaunlich bequem. Der Citigo verfügt insgesamt über 6 Becher- oder Flaschenhalter!

4. Die größte Überraschung

(alles immer im Vergleich zum Vorgänger-Polo 6R): Ich hatte dieses Gefühl von Anfang an und dachte erst: Naja, das weiße Armaturenbrett entfaltet halt seine optische Wirkung, aber nach Anlegen eines Zollstocks bei geöffneten Fenstern von Tür zu Tür steht es nun fest:

Der Citigo ist innen vorne mit 1,40 m genauso breit wie der Polo 6R!

Da hab ich also keinerlei Raum-Downsizing! Erst im Fond wirken sich die kleineren Maße aus. Da ich aber im Gegensatz zu meiner Zeit im Beruf kaum noch jemanden transportieren muss, wäre der Fabia überdimensioniert gewesen. Eine Person wird hinten noch bequem sitzen können – daher schonmal das vorläufige Raum-Fazit: Der Citigo ist auf jeden Fall der bessere Smart for 2!

5. Radio „Swing“ mit Škoda-Soundsystem Sonavox (6 Lsp und Sub in der Reserveradmulde): [Hier geht’s zum Sonderbericht]!

6. Optik mit den Fun-Aufklebern

Die sind natürlich Geschmackssache. Sie können nicht bei der Bestellung abgewählt werden. Der  hätte sie mir abgemacht – da aber ein Azubi auch eine gute Stunde dafür braucht und es sich um ein Leasingfahrzeug handelt, habe ich mich für den Verbleib entschieden. An den Seiten korrespondieren die Sticker zwar mit der Schlechtwetter-Verschmutzung, aber die Motorhaube ist schon ein bissel krass.
· ·

Immerhin sind es mal keine simplen Rallye-Streifen. Eher künstlerisches Design? Ich weiß nicht recht – ein Bisschen besonders sieht der Citigo Fun damit schon noch aus… Ansonsten finde ich das Karosserie-Styling sehr gelungen, und die typische Škoda-Front gefällt mir viel besser als die verschlossene Schnute des VW-Up. Meine persönliche „blue edition“ wird nicht so blau wie bei meinem Polo, aber weiße und blaue Innen-LEDs und blaue Fußmatten wird es auch geben. Die Seiten der Sitzpolster sind eh (hell)blau. Den schwarzen Dachhimmel finde ich schick. Das weiße Armaturenbrett hätte ich natürlich lieber in Wagenfarbe (folieren werde ich es dennoch nicht), aber es zieht wie schon oben angemerkt den Innenraum farbpsychologisch noch mehr in die Breite und kontrastiert ganz gut mit dem ansonsten dunklen Ambiente.