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Mobil sein ohne Auto

Hab’s schon ausprobiert, mit dem Deutschland-Upgrade unseres Umwelt-Abos, das zwei Wochen lang bundesweit im Nahverkehr gültig war. Ca. 700.000 hatten sich dafür registrieren lassen. Die Auswertungs-Umfragen sind auch schon raus.

Ich war in Salzwedel, wo ich immer schon mal hin wollte, weil unser weihnachtlicher [Baumkuchen] von dort herkommt. Ich mag alte Städte und romanische und gotische Kirchen.

St. Marien Salzwedel mit ihrem schiefen Turm

Weil die Bahnstrecke zwischen Hamburg und Berlin erneuert wird, fahren die ICs eine südliche Umleitungsstrecke von Uelzen nach Stendal. Die ist zwar eingleisig, aber elektrifiziert. Darum musste der Nahverkehr ausgedünnt werden, und der Nahverkehrstarif gilt für alle Züge an/von/über Salzwedel. So durfte ich von Hamburg sogar den ICE nach Salzwedel benutzen, der ohne Halt in Lüneburg und Uelzen durchfuhr, und dann weiter nach Berlin brauste. In Salzwedel selbst fährt ein Bürger-Ruf-Kleinbus (den man aber als Tourist nicht braucht).

Dann habe ich eine Probefahrt mit der recht flotten Weserbahn über Bünde und Elze und [meinem neuen Faltrad] nach Hildesheim gemacht. Leider ist das Weltkulturerbe St. Michael geschlossen (angeblich aus Personalmangel wegen Corona…). Zum Glück bekommt man es im frisch renovierten Dom auch in Coronazeiten hin, das Weltkulturerbe auch ohne ständig präsentes Personal offen zu halten.

So wie um St. Godehard herum sah einmal die gesamte City von Hildesheim aus.

Aber auch die Stadtkirche St. Andreas war geschlossen, wegen Brandermittlungen, wie ich erst in der Touristen-Info in Erfahrung bringen konnte. Aber die Kombination Bahn/Faltrad ist gut, obwohl das Rad mit seinen 15 kg nicht gerade ein Leichtgewicht ist. Zusammengeklappt ist es Handgepäck, und man braucht keine Fahrradkarte in Bahn und Bus.

Endpunkt Bf. Bochum-Langendreer der Bogestra.

Schon lange geplant war eine „Tramtour de Ruhr“ einmal quer durchs Ruhrgebiet, und zwar auf den verbliebenen Straßenbahnlinien. Ich bin im Nordosten von Lünen-Brambauer bis Mülheim-Speldorf auf sieben Linien gefahren, zwischen Dortmund Hbf. und Bochum-Langendreer allerdings mit der S-Bahn. Man könnte noch weiter von Duisburg nach Düsseldorf, von dort nach Krefeld (beides Überland-Linien) und schließlich bis St. Tönis als westlichstem Punkt gelangen.

An einem weiteren Tag ging es mit der Baumberge-Bahn von Münster nach Coesfeld, dann mit der Westmünsterland-Bahn nach Gronau und von dort mit der grenzüberschreitenden Euregio-Bahn wieder zurück nach Münster. Im Westmünsterland hört man die Haltestellen-Ansagen und Hinweise auch auf niederländisch – ein netter Service.

Der Antworpener Altar in St. Jakobi Coesfeld

Coesfeld mit seinem barocken Lamberti-Kirchturm hat schon ein recht holländisches Aussehen. In der nach dem 2. Weltkrieg neu aufgebauten St. Jakobi-Kirche ist der „Antwerpener Altar“ von 1520 ein heftiger künstlerischer Kontrast. In Gronau habe ich das „rock’n‘-popmuseum“ auf dem großen Gelände der einstigen van-Delden-Weberei wenigstens von außen gesehen (Heimatstadt von Udo Lindenberg!).

Auch beim [„Pfingsten 21“-Kongress 2016] in Würzburg hatte ich schon per Bahn mein Fahrrad dabei, und beim [„mittendrin“ 2019] in Fulda/Künzell gab es im Quartier ein Leihfahrrad. Ich muss mich also ohne Auto nicht sehr umgewöhnen. Als Buten-Hamburger bin ich aus Kindheit und Jugend eh nahverkehrs-erprobt, und fremde Städte flößen mir keine Furcht ein. Straßen- und Stadtpläne auf dem Smartphone sind absolut hilfreich, und mit dem GPS-Punkt kann ich ja immer sehen, wo ich gerade bin, auch [in unwegsamem Gelände].

[Ich muss kein eigenes Auto mehr haben]. Gute Gründe dafür fand ich zum Oktober 2021 in meiner Lebensmittel-Hauspostille: [hier kann man es nachlesen].

Heute (30.09.2021) habe ich meinen geleasten Škoda-Citigo zurückgegeben.

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