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Noch mehr Zubehör: Pebble Smartwatch

Auch als mittlerweile im 3rd-Life Angekommener gehöre ich zu den IT-affinen Typen, mit durchaus kritischer Einstellung zum Word-Wide-Web und dessen dunkler Seite (darum kein What’s-App oder alle möglichen anderen Datenkraken-Konten, sondern nur wenige Kompromisse, und die auch nur aus beruflichen Gründen).

Ein Smartphone ständig in einer Männerhosentasche neben dem zweitschönsten Körperteil ist gesundheitlich ja nicht gerade förderlich, auch wenn sich die Experten darin nicht ganz einig sind. Nun gibt es also neben meinem noch ein weiteres „Männerspielzeug“ 🙂 , eine Smartwatch. Sie soll Anrufe, Nachrichten und Termine anzeigen. Die Testberichte sind sich ziemlich einig: Neben den vielen hochaufgerüsteten und teuren Spitzenmodellen gibt es ein recht robustes und vergleichsweise günstiges Kickstarter-Projekt, das sich auf dem internationalen Markt seinen Platz erobert hat, und in den Tests alle Konkurrenten schlägt.

Pebble Time Steel mit original Silikon/Lederarmband (li.)und nachgerüstetem dünneren Armband (re.)

Es ist die Pebble, ein amerikanisches Crowdfounding-Projekt. Ich habe mich für das Modell „Pebble Time Steel“ entschieden, das etwas eleganter aussieht als das Standardmodell. Die Screens sind allerdings gleich. Es gibt auch noch die konservative Pebble-Round in Herren- und Damengröße, letztere hat jedoch Einschränkungen zu den Schwestermodellen.

Eine Pebble hat keinen empfindlichen Touchscreen, sondern begnügt sich mit einem eBook-Screen, dessen Darstellung in diesem kleinen Format und für den o.a. Zweck völlig ausreicht. Er hat den Vorteil, dass er sich vor allem bei schräg einfallendem Licht ohne Hintergrundbeleuchtung ablesen lässt, was letztlich der Hauptgrund für einen Aufladezyklus von 7-10 Tagen ist! Mit Beleuchtung ist die Uhr auch bei Sonnenlicht noch gut lesbar. Mit diesen beiden Features schlägt die Pebble alle ihre Konkurrenten.

Für alle Einstellungen gibt es vier Tasten: drei rechts und eine Zurück-Taste links. Alle Tasten lassen sich neben ihren Standardfunktionen durch 2 Sek. drücken zusätzlich frei mit Funktionen oder Apps belegen. Die Standardfunktionen sind: Links Licht an (geht auch durch Schütteln an und erlischt automatisch nach 3 Sek.) bzw. im Menü zurück, rechts oben: Pebble-Health (nur wenn aktiviert. Es kann Schritte und Schlafzyklen messen, das kommende Modell der 2-er Serie auch die Pulsfrequenz. Ich möchte mich nicht körperlich fernsteuern lassen und verzichte auf Runtastic & Co. und auf nächtliches Uhrentragen);

Muss ich nicht haben…!

mittlere Taste: das Einstellungen-Menü, untere Taste: Terminkalender-Anzeige vom Smartphone. Im Einstellungen-Menü scrollt man mit der oberen bzw. unteren Taste rauf und runter und wählt mit der mittleren ein Feature aus. Mit der linken Zurück-Taste kommt man dann jeweils wieder aus den Menüs raus.
Meine freien Belegungen bei 2 Sek. drücken sind: Links Wetter heute und morgen (The Weather-Channel, auch wenn auf dem Smartphone ein anderes Wetter-Programm installiert ist), rechts oben alle Nachrichten (Mails, SMS usw.), Mitte die Fahrplan-App „Get me out“ (GPS im Smartphone muss an sein), rechts unten mehrere Timer (ich koche gerne).

 

n3v3rs text one (Deutsch) | TH4 | Real Weather

Sich durch das Menü mit den Tasten hindurchzudrücken ist etwas mühsam, daher gibt es die Pebble-App fürs Smartphone, mit dem sich alles komfortabel einstellen lässt. Vor allem die Auswahl an Zifferblättern ist unübersehbar. Manche kosten Geld. Aber auch spezielle Apps für die Pebble findet man in einer reichen Auswahl. Viele haben eine Anschlussfunktion auf Apps, die schon im Smartphone laufen. Dabei sind Health-Bereich und Smart-Home-Steuerungen ziemlich groß. Wer’s braucht… Den Foren zufolge läuft die Pebble mit einem iPhone nicht besonders gut… Android ab 4.2 ist hier die eindeutige Präferenz, dann aber auch alle Modelle aller Hersteller mit Bluetooth.

Vor der Google-Wearable-App warne ich ausdrücklich, vor allem wenn die Pebble-Health-Funktion aktiviert ist (die einige schicke Zifferblätter gerne haben möchten…). Damit landen alle Deine Daten (Surfverhalten, Vorlieben, Bewegungsprofile, Kontakte, Termine, alle Fitness-Daten wie Schlafzyklen, Schritte, Körpermaße, demnächst auch Herztätigkeit, und mit online-Banking und NFC auch noch Deine Bonität und Zahlungsmoral usw. usw. beim „Big Brother“! Der nimmt Dir in 10 Jahren auch das Denken und damit Deine Selbst- und Sozialverantwortung ab, indem er Dir vorgefertigte Lösungen auf Fragen aufgrund Deines analysierten Persönlichkeitsprofils anbietet und Du nur noch mit „Ja“ klicken musst (der „Allo-Begleiter“ wird gerade marktfertig gemacht). Damit wirst Du zu einem willfährigen Werkzeug fremder Interessen. Wir stehen dann kurz vor dem, was in den alten Märchen sinnbildlich mit „dem Teufel Deine Seele zu verkaufen“ dargestellt wird. Ich hoffe inständig, dass die Brüder Grimm hier keine bösen Propheten gewesen sind!

Das fabrikmäßige „Leder“armband besteht in Wirklichkeit aus Silikon mit hauchdünner Lederhautauflage und trägt mit 2 mm ziemlich dicke auf, zumal es ja streckenweise doppelt verläuft. Die Uhr selbst ist auch nicht gerade klein und dünn (4×4×0,9 cm). Ich habe mir daher bei meinem Uhrmacher dünnere und schmalere Armbänder zeigen lassen und mich für ein Lederarmband entschieden, das sich bei 22 mm Anschlussbreite auf 18 mm verjüngt. Nun trägt sich meine Pebble wesentlich angenehmer!

Wie sie sich im Alltagsbetrieb schlägt, muss sich zeigen. Erster Eindruck: !