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FritzNas als Netzlaufwerk

Endlich ist es mir gelungen, meine große Festplatte an der FritzBox beim Start automatisch als Netzlaufwerk einzubinden. (Das klappt in Windows einfacher!) Im Netz kursieren dazu x Anleitungen, die alle mehr oder weniger unterschiedlich sind (und meistens für Ubuntu erstellt wurden, was ja meist auch für Linux Mint Mate gültig ist). In meinem Acer Spin B3 bin ich so vorgegangen:

  1. Mit root-Rechten in /media/„Benutzer“ einen leeren Ordner „FritzPlatte“ erstellen.
  2. Im Persönlichen Ordner eine einfache Textdatei erstellen mit den Zugangsdaten der FritzBox:
    user=„Benutzername“
    password=„Mein Passwort“
    domain=„Meine Domain“
    Die 3. Zeile kann entfallen, wenn die Domain=WORKGROUP ist. Die Datei bekommt den Namen smbcredentials. Ich habe sie im Ordner /.local platziert (mit Strg+h ist er zu sehen).
  3. Herausfinden, welche korrekte Adresse das Netzlaufwerk hat. Das geht am besten, wenn man im Dateimanager Caja die Adresse smb://192.168.178.1 aufruft und schaut, welcher Ordnerbaum dann geöffnet wird. Ich hatte den Fehler gemacht, nach der IP immer erst noch /fritznas/ zu schreiben, was die Fehlermeldung zur Folge hatte, dass dies nicht existiere…
  4. In sudo xed /etc/fstab den betr. Festplattenordner und mit Leerzeichenabstand den Mountpunkt (der eben erstellte neue Ordner) eintragen: //192.168.178.1/„Name des NAS“/„Name der Festplatte“ /media/„Benutzer“/FritzPlatte
  5. Die Optionen cifs credentials=/home/„Benutzer“/.local/smbcredentials,vers=3.0,users,noserverino,uid=1000,gid=1000,_netdev,nofail 0 0
    dranhängen. Diese funktionieren bei mir. Ich habe mit den vielen Vorschlägen im Netz etwas herumprobiert.

Vers. bezeichnet die Samba-Version, users bedeutet, dass alle das NAS einhängen und wieder aushängen können, noserverino legt die Knotenstruktur der Client-Festplatte als maßgeblich fest, uid und gid ist meine Benutzergruppen-Nr. meines Linux (damit ich lesen und schreiben kann und damit auch Windows damit zurechtkommt, das auf anderen Familienrechnern läuft), _netdev zeigt an, dass das neue Laufwerk extern in einem Netz läuft, das beim Starten erst einmal vorhanden sein muss, und nofail verzichtet auf Fehlermeldungen, wenn die Festplatte an der FritzBox mal abgekoppelt ist. Die beiden Nullen vermeiden überflüssige Kontrollzugriffe. Wichtig sind die Leerzeichen (oder auch keine!). Wenn es der letzte Eintrag in der fstab ist, muss am Dateiende eine leere Zeile (Absatz) stehen.

Probleme auf älteren Laptops, die auch noch in Gebrauch sind: LAN und vor allem WLAN sind erst am Startende aktiv, wenn die fstab schon abgearbeitet wurde. Das FritzNas taucht also erstmal nicht auf und muss nachgemountet werden. Das geschieht dennoch automatisch mit einem neuen Starter unter „Menü bearbeiten/Systemwerkzeuge“: Neuer Eintrag, Typ Anwendung, Name FritzPlatte, Befehl mount /media/„Benutzername“/FritzPlatte, Kommentar „Netzlaufwerk einhängen“. Dieser Kurzbefehl funktioniert, weil die genauen Verbindungsdaten ja schon in der fstab ausgelesen wurden. Im Startmenü kann man man ihn mit Rechtsklick noch in die Favoriten kopieren, wenn man möchte, und wichtig: „Beim Anmelden starten“ den Haken setzen!

Und was ich auch nicht so optimal finde: Beim Runterfahren wird nicht immer automatisch ent-mountet, sondern das Netbook gibt erst nach etlichen Versuchen auf, was den Ausschaltprozess sehr verlangsamt. Also vorher per Rechtsklick aushängen! Hier könnte noch nachgebessert werden.

Aber grundsätzlich steht das Netzlaufwerk flott zur Verfügung, und der Inhalt muss sich nicht erst langsam aufbauen (vor allem, wenn die FritzBox USB 3 kann!). Und auch Softmaker-Office geht nicht über das langsame run/user/1000/gvfs/ usw.

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