blue edition

Android x86

Tja, auf meinem Sofa-Netbook Trekstor Primebook C13 laufen jetzt drei Betriebssysteme: Hauptsächlich Linux Mint 20 Mate (LMM), ganz selten Windows 10 Home und jetzt auch Android x86_64-9.0-r2. Da das Primebook ein Convertible ist, wird das betagte Aldi-Tablet eh kaum noch gebraucht.

So sieht es vor der Personalisierung mit einem schönen Hintergrund aus.

Vorweg:
Android auf einem Laptop oder PC ist mehr als ein nettes Bonbon. Es läuft noch nicht in allen Disziplinen so rund wie auf dem Smartphone. Manchmal ist die Maus weg, was wegen des Touchscreens nicht so tragisch ist, manchmal das WLAN, was schwerer wiegt. Die Standorteinstellungen z.B. flippten anfangs immer wieder ins Off, trotz Aktivierung im Google-Konto (weswegen das WLAN angeblich nicht automatisch aktiviert wurde). Diese Hürden sind aber inzwischen behebbar geworden. Was noch zu berücksichtigen ist: Einige Apps laufen ausschließlich im Porträt-(Hochkant)-Format! Vor allem Nachrichten, Wetter u. ä. Ohne ein Convertible bzw. eine Tablet-Funktion ist Android auf PC oder Laptop also nicht so der Brüller.

Sehr userfreundlich finde ich die Einbindung in ein vorhandenes System. Android x86 lässt sich in eine Partition installieren, ohne diese zu beeinträchtigen. Es wird bei Linux ein neuer Ordner innerhalb von /bin angelegt, und ein Data-Ordner auf der jeweiligen Datenpartition. Legt man vorher eine seperate Android-Partition an, landet dort alles.

So habe ich es gehandhabt. Ich habe die Windows-Partition auf der eingelöteten MMC verkleinert (weil ich Win eh kaum brauche und der Linux-Datenbereich mit ntfs formatiert ist). 32 GB habe ich für Android mit ext4 reserviert.

Die Installationsdateien bekommt man über [https://www.android-x86.org]. Hier gibt es auch hilfreiche Installationshinweise zu den jeweiligen Versionen und Releasen. Bei youtube gibt es auch Anleitungen, die aber bereits reichlich veraltet sind. Ich empfehle [diese hier]. Die „Android-Hilfe“ ist noch ein wenig mager (liegt an uns, wir müssen posten! Viele installieren in eine Virtualbox.) Die entspr. ISO-Datei liefert in gewohnter Weise ein Livesystem und eine Installationsroutine. Man kann also erstmal in Ruhe vom Stick aus probieren, ob Android auf einem Laptop oder PC reizvoll ist, oder nur Spielerei.

Für die Installation auf einer eigenen Partition muss man vorher ermitteln, welche Datenträgerbezeichnung sie trägt. Das kann man bei LMM über „Menü/Zubehör/Laufwerke“ sehen und fängt immer mit /dev/… an. Hier 100%-ig genau sein! Oder die Linux-Partition wählen. Dann nicht formatieren! Die sonstigen Fragen bei der Installation habe ich mit „yes“ quittiert.

Mein neues Grub-Startmenü inkl. Android

Die Installation wird mit „reboot“ abgeschlossen – und siehe da: Android taucht nicht im Grub-Startmenü auf, bzw. das Grub-Menü wird gar nicht erst angezeigt! Hierfür sind dann doch zwei System-Eingriffe nötig:

    1. Im Linux-System /boot/grub als Systemadministrator öffnen und mit einem Texteditor folgenden Dateiinhalt als „custom.cfg“ speichern
      menuentry "Android-x86 9.0-r2" {
      search --set=root --file /android-9.0-r2/kernel
      linux /android-9.0-r2/kernel quiet root=/dev/ram0
      initrd /android-9.0-r2/initrd.img
      }
      menuentry "Android-x86 9.0-r2 (DEBUG mode)" {
      search --set=root --file /android-9.0-r2/kernel
      linux /android-9.0-r2/kernel root=/dev/ram0 DEBUG=2
      initrd /android-9.0-r2/initrd.img
      }
      Die geschweiften Klammern nicht vergessen und „android-9.0-r2“ ggf. ändern je nach Version bzw. Ordnername. Ggf. also im Dateimanager nachgucken. Das gilt auch bei zukünftigen Aktualisierungen von Android.
    2. In der Datei /etc/default/grub (wieder als Systemadmin öffnen) in der Zeile
      GRUB_TIMEOUT="10"
      den Wert wie hier dargestellt ändern. Steht dort Null, wird das Grubmenü beim Starten übersprungen und man kommt nicht ans neue Betriebssystem ran.
    3. sudo update-grub und reboot.

So hat es jedenfalls bei mir geklappt. Der Grub-Customizer war gar nicht nötig, da die erforderlichen Infos in der „custom.cfg“ stehen.

Die erste Einstellung: Sprache

Beim ersten Start von Android werden die üblichen Einstellungen abgefragt und man kann dabei schon merken, ob oder inwieweit sich Google sträubt, auf einem Intel-System zu arbeiten. Ich musste etwas rumfrickeln, um an mein Google-Konto zu kommen und das Gerät damit zu verbinden. Aber schlussendlich ließen sich Chrome, der Playstore und mein Kalender gut ansprechen. Beim Chrome-Browser habe ich alle Personalisierungen deaktiviert, da auch dieses Teil eine Datenkrake ist. Dann habe ich die normale Opera-Browser-App installiert, die für Touchbetrieb schöne große Icons liefert und super den Bedürfnissen anpassbar ist. Startpage ist natürlich auch selbstverständlich.

Die voreingestellten Apps.

Android x86 liefert ein „reines“ Google-System, frei von MIUIs oder den Aufsätzen der Smartphone-Hersteller. Daran muss man sich etwas gewöhnen. Zum Portfolio der Installationsdateien gehört auch eine Cyanogen-Version, die ich aber nicht gewählt habe. Ich habe mich für das stabile Android 9.0 r2 („Pie“) entschieden, das noch recht aktuell ist. Die Macher von Android x86 sind auf der Höhe und liefern Aktualisierungen.

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