Swing-Infotainment mit Škoda-Soundsystem: Testbericht

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Swing-Infotainment mit Škoda-Soundsystem: Testbericht

Ungelesener Beitragvon Motetus » Mittwoch 25. Oktober 2017, 17:15

Wie ich mit dem werksseitigen „Swing-Infotainment“ inkl. Soundsystem (von Sonavox) und der Move&Fun-Dockingstation und -App in meinem Citigo Fun zurechtkomme, beschreibe ich hier:

Im Polo hatte ich ein moderates Kombisystem vom freundlichen [Car-Hifi-Store Bünde] mit einem [Kenwood KDC BT61U mit integr. DSP und 2 Eton POW 160] links und rechts ohne Sub, aber mit vollgedämmten Türen. Als Klassik-Liebhaber bin ich damit recht verwöhnt. Das Škoda-Soundsystem von Sonavox hat zwar einige Lautsprecher mehr, kommt da aber nicht ran. Es kostete 380 € zusätzlich. Das Radio „Swing“ war in der Fun-Ausstattung drin. Da ich ein Leasingfahrzeug habe, werde ich daran nichts großartig ändern.

Mein Freundlicher in Bünde hat mich darauf hingewiesen, dass man beim (Škoda-)System auf keinen Fall Einzelkomponenten gegen Fremd-Teile austauschen sollte! Werksseitige Soundsysteme hätten auch ein DSP und Verstärkerfunktionen, die auf das Automodell und die Lautsprecher abgestimmt seien. Ein Totalausfall wäre vorprogrammiert. Empfehlenswert wäre ausschließlich ein Komplett-Austausch gegen ein „ordentliches“ Soundsystem mit neuem DSP, Verstärker und Boxen, was sich auf 2-3.000 € belaufen würde (das Radio als reines Empfangsteil könnte bleiben). Ein reiner Neueinbau käme bedeutend günstiger.

Was ich aber auf jeden Fall gemacht habe und auch empfehle: die Klangeinstellungen dem subjektiven Höreindruck anpassen! Die Werkseinstellungen mit allen Reglern auf 0 sind nun wirklich nicht der Brüller und man muss sich nicht wundern, wenn man vom Sub nichts hört. Bei mir habe ich erstmal den Fader (vorne/hinten) auf +3, Höhen auf +3 und Tiefen auf +6 gestellt. Dann gibt auch der Sub etwas von sich. Aber mein „einfaches“ Polo-System (ca. 5-600 € all inkl.) war besser. Der alte Johann Sebastian Bach mochte als Orgelsachverständiger satte Bässe (und hatte in den kleinen Dorfkirchen Sachsens und Thüringens seine liebe Not damit). Ein Subbass 16' oder eine Bassposaune müsste auch in einem Škoda/Sonavox-6er-System mit Subwoofer die Sitze zum Vibrieren bringen... Mal sehen, vielleicht geht da noch was. Die Lautsprechertechnik hat ja mit den kleinen Bluetooth-Tröten in den letzten Jahren riesige Fortschritte gemacht. So ähnlich müssten jetzt doch auch Subs konstruiert sein, ohne dass sie riesige Boxen brauchen?

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Škoda-Swing-Outsourcing des Navis u.a. Anzeigen des Motorstatus, Sender, Adressen...

Grundsätzlich finde ich das Radio „Swing“ gut, auch den Empfang und die Freisprechfunktion. In der Favoritenliste lassen sich ausreichend Lieblings-Senderplätze speichern. Es gibt Schnelltasten für Radio, Media, Telefon und das Menü, das selbsterklärend konzipiert ist. Die einzelnen Menüpositionen bzw. SD-Karten-Ordner, Musiktitel oder Adressbucheinträge lassen sich mit dem rechten Einstellrad und anschl. Druck auswählen (oder entspr. mit den Lenkrad-Tasten). Eine Umschaltung zwischen DAB+ und FM erfolgt automatisch, wenn das Sendesignal (es wird angezeigt!) schwach wird. Die wichtigsten Sender sollte man also auf beiden Ebenen programmieren. DAB+ hat von Zeit zu Zeit kurze Aussetzer. Ob das an einem womöglich fehlenden Signalverstärker liegt, wie in einigen Freds vermutet, kann ich nicht sagen. Eigentlich ist das Swing (auch mit seiner Antenne) das Spitzenmodell für den Citigo/Up/Mii. Die Parksensoren werden optisch angezeigt. Ein CD-Laufwerk gibt es nicht mehr, was im Zeitalter von mp3 auch nicht nötig ist. Audio-Streaming vom Smartphone über Bluetooth funktioniert direkt, oder auch mit der App „Škoda Move&Fun“. Nett ist die Erinnerung beim Herausziehen des Autoschlüssels aus dem Zündschloss, das Smartphone nicht vergessen mitzunehmen.

Tipps:
  • Wer ein gutes Soundsystem haben möchte, sollte sich von vorn herein den Up/Citigo/Mii mit der allereinfachsten Radio/Lautsprecher-Ausstattung (ohne Sub) kaufen, die dann ersetzbar sind, und zwar kostengünstig! Herumbasteln an einzelnen Soundsystem-Komponenten (sofern werksseitig vorhanden) bringt nichts, weil dann meist die DSP- und Verstärkeranpassung nicht mehr stimmt.
  • Ich habe den Eindruck, dass die Sonavox-Anlage sich erst „einspielen“ muss und nach ein paar Wochen deutlich besser wird! Also so ganz schlecht finde ich sie nicht – vielleicht kann sich auch ein (verwöhntes...) Gehör eingewöhnen?
  • Der (wohl verklebte) Reserveradmulden-Lautsprecher ist mit einer seitlich offenen (abschraubbaren) Plastikblende gegen Beschädigungen und Schmutz von oben abgedeckt.
    Bild Bild
    Sub aus der Reserveradmulde | Abgeschraubte Abdeckung

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    Sub Rückseite | Typenaufkleber

    Darüber ist dann noch die einfache Kofferraum-Abdeckung aus Pressspan, Antidröhnmatte und Teppichboden. Manche haben dann auch noch eine Kofferraumwanne und/oder den zweiten Ladeboden darüber. Und noch Sachen im Kofferraum! Und dann kommt noch die Hutablage. Dass man dann vom Sub nicht mehr viel hört, dürfte eigentlich klar sein. Ich stelle mir vor, dass man den Sub-Klang mit entspr. Löchern in den beiden untersten „Abdeckungs-Schichten“ noch gut verbessern kann! Vielleicht lass ich das noch machen.
  • Für das Soundsystem im Up (auch Citigo? Mii? – k.A.) gibt es einen Konfigurier-Stecker mit App, den man ausleihen kann. Leider ist die diesbezügl. Webseite gerade offline gegangen. Ob das Verbesserungen bringt (z.B. den DSP-Status eines größeren Modells zugrundelegen, um die „hintere Bühne“ zu verstärken), glaube ich nicht, sofern das Soundsystem tatsächlich auf den Citigo u.a. abgestimmt wurde. Am besten mal den :skoda: oder :vw: fragen!
  • Eine Werkstatt-Niederlassung von Sonavox ist in Isenbüttel bei Wolfsburg. Vielleicht können die einige Geheimnisse um die Bauteile lüften bzw. helfen zu verbessern (wenn man das Geheimnis des genauen Firmenstandortes entdeckt hat...).


Die BT-Koppelung mit meinem Smartphone [Samsung Galaxy J5 (2015)] klappt tadellos. Hab mir zwei Apps runtergeladen: Škoda Move&Fun und My Škoda. Move&Fun hat neben einigen Motorstatus-Mätzchen (Verbrauch, Reichweite, Fahrzeiten, Kilometer, Drehzahl und Kühlmitteltemperatur) ein (Garmin-)Navi, das sich gut mit dem Swing verbindet und von dort aus bedienen lässt. Allerdings kann ich die Sprachbefehle nicht hören, was am Smartphone liegen könnte und nicht so tragisch ist. Die Bedienung im Querformat und das Ziele-Eingeben ist umständlich. Zweimal schon wurde die Karte nicht nachgeführt und ich musste sie „hochschieben“. Das ist so nicht zu gebrauchen!

Besser finde ich das kostenlose Navi von Here (Nokia u.a.), das mir z.B. die reale Geschwindigkeit und noch einiges mehr anzeigt. Move&Fun muss man also nicht parallel zum Fahren laufen haben. „My Škoda“ bietet eine noch ausführlichere Bedienungsanleitung als das Printheft, z.B. mit Hinweisen zum Birnenwechsel u.a.. Die Registrierung gilt auch auf dem heimischen PC.

Überhaupt muss man das Smartphone gar nicht in die Universal-Dockingstation reinlegen, wenn man nur Freisprechen will. Das geht über BT auch in der Hosen- oder Aktentasche. Aber die App verfügt über eine Handschrifterkennung, mit der man Personen im Nu im Smartphone-Telefonbuch finden und mit ihnen über die Freisprecheinrichtung telefonieren, oder als Zieleingabe fürs Navi nehmen kann.

Zum Vermeiden von Kabelsalat habe ich ein 20 cm kurzes USB-Kabel mit einem Microstecker, der für mein Galaxy J5 linksgewinkelt sein muss. Die Smartphone-Dockingstation Move&Fun passt sich an viele Handy-Formate an. Sie ermöglicht leider nur Querformat (also das Screen-Kippen beim Smartphone aktivieren), rastet über den versenkten Taster an der Unterseite die Breite des Smartphones fest ein, und über den hervorstehenden Taster lässt sich die Höhe flexibel einstellen und das Rein- und Rausnehmen bewerkstelligen. Wer unbedingt Hochformat möchte, kann auf die Dockingstation verzichten (die USB-Buchse ist dennoch benutzbar) und [bei Brodit eine Alternative suchen].

User-Posts deuten darauf hin, dass nicht alle Smartphones mit dem Swing voll kompatibel zu sein scheinen. Das könnte selbst bei vorhandenem BT Probleme bereiten. Škoda hat eine [entspr. Smartphone-Liste] (beim Fabia o.a. klicken!).

Nicht [alle Škoda-Apps] sind für den Citigo sinnvoll. Die interessantesten sind schon in der Move&Fun-App drin.

Noch eins: Wer's kann, sollte seine Türen voll dämmen (lassen). Das bringt nach meinen Erkenntnissen eigentlich am meisten, sogar für Werks-Komponenten! Lasst Euch von einem kompetenten Car-HiFi-Betrieb beraten.
:drive:
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