Mein Trekstor Primebook C13-Blog

Mein Acer Aspire One 756 mit Linux Mint 18.3 Mate
hat den großen Desktop-PC komplett abgelöst
und Win 8.1 ohne Nachfolger verabschiedet.

Mein Trekstor Primebook C13
läuft mit Linux Mint 19.0 Mate!

Mein Medion Akoya E1012 (Bj. 2008)
bekommt mit Linux Mint Mate noch ein second Life!

Mein Trekstor Primebook C13-Blog

Ungelesener Beitragvon Motetus » Samstag 10. November 2018, 16:45

Mein [Acer Aspire One 756] mit Linux Mint Mate 18.3 ist wirklich ein Dauerläufer! Seit 2012 läuft es Tag für Tag viele Stunden, und auch mobil auf Konferenzen ist es sehr praktisch. Der kleine Monitor bildet ein DIN A4-Blatt in seiner Breite korrekt ab (ich hab ja noch auf Schreibmaschine gelernt...). Zu Hause ist ein 1920×1080-Bildschirm dran und ein externes Keyboard. Ich erledige damit meine semiprofessionelle Webmasterei und einige einfache Grafik-Sachen. Zocken und Videos mache ich nicht.

Warum dann also noch ein Netbook? Im Wohnzimmer fand ich ein günstiges Aldi-Tablet mit Android nicht so pralle, denn das On-Sein in Foren macht damit keinen Spaß, und auch kleine berufliche oder Hobby-Sachen sind ohne Tastatur gar nicht oder nur schlecht machbar.

Da kommt ein günstiges Convertible gerade richtig: Das Trekstor Primebook C13 (also etwas größer als mein Acer) von [Notebooksbilliger], wo ich schon etliche Geräte (auch Weiße Ware für meine Küche) gekauft habe. Es ist schick (nein, kein Apple, aber nahe dran), super verarbeitet, schön dünn, [lt. Test „befriedigender“ Hardware] (Gesamteindruck: 2–), und es läuft mit einem super kleinen 12 V-Netzstecker!

Bild · Bild
Fotos zum Vergrößern anklicken!

Ich habe es mit einer [256-er M.2 2242-Speicherkarte] gekauft, die sich leicht in den dafür vorgesehenen Klappenslot auf der Rückseite einbauen lässt. (Stattdessen ist es auch mit LTE-Karte erhältlich.) Mit dem mitgelieferten Acronis-Tool kann man das installierte Windows 10 von der etwas lahmen eingelöteten 64-er-MCC auf die SSD migrieren, was tadellos funktioniert und das Gerät etwas flotter macht.

Aber: Win nutze ich eigentlich schon lange nicht mehr. Als ich feststellen musste, dass das Trekstor Primebook mit Windows sozusagen gebrandet ist, habe ich ein entsprechend langes Gesicht gemacht... Meine Nachfrage beim sehr guten und kompetenten Trekstor-Support ergab dann hochoffiziell: Ein alternatives Betriebssystem ist trotz der UEFI-Bios-Optionen nicht installierbar – die Preiskalkulation als „Volksnotebook“ ist von der Bindung an Microsoft-Konditionen abhängig gewesen. Ein doch saurer Apfel für mich als End-Anwender! Und das „Arbeiten“ mit Win 10 mag ja ganz interessant sein, richtig Spaß hat es mir jedoch nicht mehr gemacht, vor allem das Hin- und Her-Wechseln-Müssen zwischen zwei ziemlich verschiedenen Computer-Welten und die unsägliche Update-Praxis von Microsoft.

Da ich ja ein seit langem zuverlässiges Linux-System nutze, wurde das neue Primebook C13 daher erstmal ein Spielzeug für Installationsversuche von Linux-Betriebssystemen. Signifikant dabei war, dass immer das Keyboard und das Touchpad ihren Dienst versagten, manchmal auch der Monitor. Nur mit angeschlossenen externen Geräten (Monitor, Keyboard, Maus) konnte ich die Installationsmodi bedienen. Um das Primebook quasi als PC zu nutzen, würde das ausreichen, macht aber natürlich ein Convertible sinnlos, und der MCC-Speicherchip ist dann keine wirklich gute Lösung.

Das Primebook muss mobil nutzbar sein, mit Monitor, Keyboard und Touchpad! Der Touchscreen ist unter Linux eh ein kleines „Bonbon“. Mit Linux Mint Mate in der neuen Version 19.0 Tara zeichnete sich eine Lösung ab, über die ich hier berichte. Viele Wochen Suchen im Netz und Herumprobieren nahm das in Anspruch, denn: ich bin kein Programmierer. Ich bin ein relativ ahnungsloser User, der Linux immer noch recht unfreundlich findet, aber mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen von den netten [Linuxmintusers-Kameraden] im Terminal zurechtkommt. Win ist da doch einfacher zu bedienen. Allein das Entpacken und Installieren einer komprimierten Archivdatei habe ich auch nach Jahren nicht begriffen und es misslingt mir immer noch... Zum Glück ist Vieles mittlerweile als .deb-Archiv zu bekommen, das man auch nur anzuklicken braucht.

Herzlich willkommen also in meinem Blog über das schicke
Trekstor Primebook C13 mit Linux Mint Mate 19.0 Tara
und funktionierendem Monitor, Keyboard, Touchpad und sogar Touchscreen!
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Wenig Zubehör

Ungelesener Beitragvon Motetus » Sonntag 11. November 2018, 17:36

Das Primebook C13 ist für den Bürobetrieb gut ausgestattet. Als Sofa- und Küchennetbook braucht man kaum Zubehör:
:sonne:
An den warmen Sommertagen des Jahres 2018 hat sich für die Benutzung auf der Terrasse (und auch sonst) eine matte Displayauflage bewährt. Werksseitig ist bereits unter der Transportfolie noch eine glänzende Folie installiert (gut für den Touchscreen!), die vorsichtig gegen das passende [Produkt von atFolix] ausgetauscht wurde. Auch für Smartphone, Kamera und Smartwatch habe ich mit diesem Hersteller gute Erfahrungen gemacht. Beim Aufbringen der neuen Folie beginnt man am besten an der oberen langen Seite, weil dort die Aussparung für die Webcam ist.

Das Primebook nutze ich vorwiegend auf den Knien. Dabei kann man sich schon spürbar gegenseitig aufwärmen. Darum habe ich nach einem Kniekissen gesucht, das von unten Luft ans Netbook gelangen lässt. Und siehe da: Ein findiger Produktdesigner hat's herstellen lassen. Das [Bosign Surf Pilllow Laptopkissen] ist in vielen Farben erhältlich, die Polyester-Füllung ist per Reißverschluss herausnehmbar und der Bezug waschbar. Oben hat es sechs dicke Gumminoppen, die das Netbook zwecks Lüftung auf Abstand halten.

Bild · Bild

Das Primebook hat keinen Ethernet-Anschluss, aber eine USB-C-Buchse, über die sich vieles andocken lässt. Daher ist ein USB-3-Adapter mit LANbuchse ein sinnvolles Zubehör. Ich habe ein mittelpreisiges [Produkt von i-tec] mit 3×USB 3.0 auf der Oberseite und 1×Gigabit-LAN gewählt.
:top:
Das Primebook hat einen Micro-SD-Kartenslot, [mein Acer-Arbeitstier] aber nicht. Daher sind die kleinen [USB-Adapter interessant, die eine Micro-SD-Karte komplett schlucken] und die auch sonst vielseitig an anderen Geräten einsetzbar sind. Nur: Man darf sie nicht verlieren!

Ansonsten nutze ich bei Bedarf noch meine externe Toshiba-Festplatte, auf der ich alle arbeitsintensiven Projekte speichere und womit ich gut flexibel bin. Für den Normalbetrieb gibt es noch eine Home-Cloud an der FritzBox, die beim Upload von AV-Medien zwar langsam ist, aber für Officesachen ausreicht.

Das wär's auch schon!
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Linux Mint 19.0 Mate installieren

Ungelesener Beitragvon Motetus » Montag 12. November 2018, 15:47

Vorarbeiten:
Prüfen, ob LMM (Linux Mint Mate) als Livesystem von einem bootfähigen (GPT) USB-Stick läuft (Bootreihenfolge im UEFI-Bios entspr. ändern. Im Bios Touchpad und Touchscreen „Silead“ aktivieren. Das Betriebssystem auf „Windows“ eingestellt lassen und nicht auf „Intel-Linux“ umstellen!). Evtl. externe Geräte (Maus, Keyboard, Monitor) ans Primebook anschließen. Maus dürfte obligatorisch sein.

Das Livesystem kann auf die Speichermedien des Primebook zugreifen. Ich habe es riskiert und Win per Formatierungen unter gparted vollständig geschrottet. Zu einer parallelen Installation neben Win kann ich nichts sagen. Die M2-Speicherkarte habe ich ausgebaut, da ich LMM unbedingt auf der zwar etwas lahmen, aber internen MCC installiert haben wollte. Für den /home-Ordner wird sie später mit ext4 formatiert.

Die Installation von LMM 19 brach nach ca. ¾ des Umfangs ab mit der Fehlermeldung „grub2 konnte nicht in /target installiert werden“. (Dieses Problem wurde von Manchen in den einschlägigen Foren gemeldet.) Ich habe es mit folgenden Tricks gelöst, denn das System war schon vollständig installiert, nur der Grub halt nicht:

1. Den Grub (boot, grub, efi usw.) aus dem Live-System als Admin in den Ordner boot des Primebook kopiert.
2. Dort im Ordner grub die Datei grub.cfg als Kopie gesichert und
3. die Originaldatei als Admin editiert (trotz Warnung): Die UUID an allen vorkommenden Stellen mit der des Systemspeichermediums des Primebook ersetzt (wurde bei mir im Dateimanager angezeigt), kann aber auch im Terminal mit „blkid“ ermittelt werden (im Folgenden rot markiert, bei Euch wird es eine andere Nummer sein).

Ausschnitt aus grub.cfg:
(...)
export linux_gfx_mode
menuentry 'Linux Mint 19 MATE' --class ubuntu --class gnu-linux --class gnu --class os $menuentry_id_option 'gnulinux-simple-cd1f5480-7e3b-43e5-81fb-1437ebd13168'
{
recordfail
load_video
gfxmode $linux_gfx_mode
insmod gzio
if [ x$grub_platform = xxen ]; then insmod xzio; insmod lzopio; fi
insmod part_gpt
insmod ext2
if [ x$feature_platform_search_hint = xy ]; then
search --no-floppy --fs-uuid --set=root cd1f5480-7e3b-43e5-81fb-1437ebd13168
else
search --no-floppy --fs-uuid --set=root cd1f5480-7e3b-43e5-81fb-1437ebd13168
fi
linux /boot/vmlinuz-4.15.0-36-generic root=UUID=cd1f5480-7e3b-43e5-81fb-1437ebd13168 ro quiet splash $vt_handoff
initrd /boot/initrd.img-4.15.0-36-generic
}
(...)


Desgleichen alle weiteren entspr. Vorkommnisse in der Datei.

4. Die beiden Pfade „casper/...“ mit „boot/[und der Nr. des installierten Kernels] ersetzen. Mein Livesystem hatte 4.15.0-20 installiert. Die Nr. kann man an einigen Dateien im Boot-Ordner sehen (blau markiert).

Dann erst die Installation starten, und siehe da:
LMM 19 startete zum ersten Mal auf dem Primebook-C13 ohne zu mucken!

Nach erstem Durchlauf der Aktualisierungsverwaltung wurde auch gleich der Kernel 4.15.0-36 installiert und aktiviert und die grub.cfg automatisch an die neuen Parameter angepasst. Der Grub-Bildschirm wurde auch gar nicht mehr angezeigt (einzustellen in etc/default/grub, evtl. Änderungen dort müssen mit sudo update-grub in die grub.cfg geschrieben werden).

Soweit also alles gut brauchbar – mit den neuen Kernels funktionieren auch Bildschirm und Tastatur des Primebook C13 – aber bis auf das tote Touchpad. Mit einer externen Maus geht's erstmal, ist aber natürlich nicht so komfortabel, wie ein Netbook eigentlich sein sollte.

Um das Touchpad zu aktivieren, ist ein Kernel-Patch erforderlich, d.h. ein tiefer Eingriff ins System. Aber LMM wäre kein Open-Source-System, wenn nicht [findige Tüftler] und [nette Ubuntu-Freaks] nicht schon Lösungen auch dafür entwickelt hätten! Seit einigen Wochen ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung online, mit der sogar ich zurecht gekommen bin. Damit die nicht über kurz oder lang in den Tiefen des www verschwindet, gibt's die im nächsten Posting!
:top:

Falls es dennoch bei Euch hakt, diskutiert das bitte bei den Linuxmintusern:
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Touchpad unter LMM aktivieren (Dauer: 4 Std)

Ungelesener Beitragvon Motetus » Montag 12. November 2018, 16:48

Hier ist nun Schritt-für-Schritt der Kernel-Patch (nur für C13 ausprobiert!) von michiiI von den freundlichen Ubuntu-Usern.

Wichtig ist die Installation der fehlenden Pakete am Anfang. Bei mir kam noch libelf-dev und libelfutils dazu, dessen Fehlen während der Installation angemerkt wurde. Überhaupt kamen etliche Meldungen, z.B. dass automatisch der Kernel 4.19.0 runtergeladen wurde, und beim abschließenden Installieren der deb-Pakete auch noch ein Error, aber das scheint alles nichts ausgemacht zu haben. Der Kernelbau dauerte satte 4 Std.! In dieser Zeit das Primebook nicht schlafen legen (Energieverwaltung entspr. konfigurieren)!

Und jetzt geht's los:
- Terminal öffnen - Alle benötigten Pakete installieren
¹ sudo apt install install git build-essential kernel-package fakeroot libncurses5-dev libssl-dev libelf-dev libelfutils ccache (alles in 1 Befehl)

- Ordner für den Kernel Quellcode erstellen und in diesen wechseln
¹ mkdir ~/linux
² cd ~/linux


- Linux Quellcode herunterladen und entpacken
¹ wget https://git.kernel.org/torvalds/t/linux-4.19-rc4.tar.gz
² tar xvzf linux-4.19-rc4.tar.gz


- Patch für Touchpad herunterladen und anwenden
¹ wget https://github.com/brotfessor/sipodev/r ... uirk.patch
² patch linux-4.19-rc4/drivers/hid/i2c-hid/i2c-hid.c sipodev-quirk.patch


- Config für den Kernel erstellen
¹ cd linux-4.19-rc4
² cp /boot/config-`uname -r` .config

(hier sind die Akzentzeichen wichtig: oben rechts shift+`+Leertaste)
³ yes '' | make oldconfig

- Jetzt noch die config Option für den Touchscreen einschalten. Dazu im menuconfig-Menü zu „Device Drivers“ - „X86 Platform Specific Device Drivers“ navigieren und die Option „DMI based touchscreen configuration info“ mit „y“ aktivieren. (Bei mir hat in diesem Menü die Entertaste nicht funktioniert, stattdessen kann man strg+j verwenden oder „save“)
¹ make menuconfig

- Den Kernel bauen
¹ make -j 3 deb-pkg LOCALVERSION=-Primebook-C13

- Das dauert einige Stunden. Danach ist der Kernel in deb-Paketen im Unterverzeichnis vorhanden. Mit den folgenden Befehlen den Kernel installieren
¹ cd ..
² sudo dpkg -i *.deb


- Jetzt muss noch die Firmwaredatei für den Touchscreen installiert werden:
¹ wget https://github.com/onitake/gsl-firmware ... ook-c13.fw
² sudo mkdir /lib/firmware/silead
³ sudo cp gsl1680-trekstor-primebook-c13.fw /lib/firmware/silead/.


- Danach neu starten und es sollte alles laufen.
[Hier der Original-Link].

Der Kernel-Patch wird im Terminal mit „uname -r“ angezeigt. In der Aktualisierungsverwaltung taucht er allerdings nicht auf! Dort wird wie vorher 4.15.0-38 als „installiert“ angezeigt. Es empfiehlt sich, auf die nächsten Kernel-Aktualisierungen zu verzichten, es sei denn, die hid-Funktionalität des Patches wird irgendwann integriert. Sonst müsste man jeden Kernel wieder neu patchen...

Dann Spannung beim Neustart ... (dauert kleines Bissel, System ist auf dem mcc-Speicherchip, nur /home ist auf der 256-er SSD) ... ah ja, da kommt LMM ...

...und das Touchpad funzt! :bgr:

In der Steuerzentrale unter „Maus“ wird es jetzt angezeigt und ist einstellbar. Rand-Bildlauf geht auch.

Sogar der Touchscreen ist aktiv. Im Bios nachschauen, ob Silead on ist (nicht Elan). Die Touchpad-Taste ist funktionslos. Beim Umklappen bleiben Tastatur und Touchpad on. Da müsste noch ein Ausschalter her. Und nach „Bereitschafts“-Schlaf ist mein Touchscreen wieder passiv.
Aber fürs erste: Topp! :top:
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